Trauerkeks

Im Keksregal streiten sich die Krümmelscheiben. Die eine ist runder,  die andere hat mehr Schokostückchen zu bieten. Jetzt kommt Bahlsen daher,  mit Cookies,  die ganz normale Cookies sind,  aber halt so knusprig wie Chips.
Wahrscheinlich sind sie das,  aber nicht chrunchipsknusprig sondern eher pringelsknusprig. Allerdings muss man sagen,  dass die klassischen Butterkekse auch ganz schön knuspern. Aber die haben die Eltern halt früher mit in den Zoo genommen. Nicht besonders fancy.
Nun kann Bahlsen den innovativen Keks ja nicht einfach zu den anderen Keksen ins Regal werfen und schauen,  was passiert. Die erfahrenen Krümmelscheiben würden den Neuen schlicht fertig machen. Also verhelfen die Kekseltern dem Nachwuchs im Sortiment zu einem guten Start. Macht ihn zum Promi unter den Cookies.
Das geht so: Caroline Herfurth geht in „SMS für dich“ mit ihrem Date einkaufen. Plötzlich steht da dieses Riesenregal mitten im Gang,  voll mit den Cookies,  die chipsknusprig sind. Sie packt wie selbstverständlich ein paar Tüten in den Wagen. Beiläufig. Als würde das auffällige Regal immer da stehen. Und als würde sie immer diese Kekse kaufen.
Daheim essen die frisch Verliebten die Kekse allerdings gar nicht. Ich glaube,  sie bröseln sie über eine Dessertcreme,  die sie auf dem Balkon löffeln. Die Knuspercookies kommen aber nochmal zu ihrem großen Auftritt. Es kommt nämlich wie es kommen muss: Der Kerl hat Caroline Herfurth verletzt,  nun sitzt sie heulend mit ihrer Freundin auf der Couch,  die Tüte auf dem Schoß. Ein Keks nach dem andern. Tränen und Kekse,  das geht immer. Ist fast so unzertrennlich wie Schoko und Crossies.
Allerdings hat Caroline Herfurth mehr als Liebeskummer. Sie trauert nämlich immer noch um ihren Verlobten,  der von einem Auto überfahren wurde. Deswegen war das mit dem Date auch etwas kompliziert. Also dürften die Chipskekse für einen Trauerkloß mit gewöhnlichem Liebeskummer fast zu schade sein. Das sind Cookies für die richtig harten Fälle. Trauerkekse. Traurige Bestimmung für eine fröhlich knuspernde Krümmelscheibe,  die im Regal die Mitschüler übertreffen will.
Das Ganze wird seine Wirkung natürlich nicht verfehlen. Hat schon immer geklappt,  dieses unauffällige Platzieren auf der Leinwand. Niemand würde überteuertes Häagen-Dazs -Eis kaufen,  wenn amerikanische Schauspieler das nicht immer auf ihrer Couch gelöffelt hätten – bei ganz gewöhnlichem Liebeskummer.
Das Ganze hat durch die sozialen Netzwerke in Deutschland eine neue  Qualität bekommen. Unternehmen wie Starbucks, Godiva und Laduree schaffen es dank Instagram, dass junge Frauen das letzte Urlaubsgeld in ihre Geschäfte tragen. Nicht, weil sie hungrig sind, sondern weil es sich so wahnsinnig hübsch auf Instagram machen würde.  Ob die neuen Bahlsen-Cookies auch bald mit #instagrammademebuyit versehen werden? Ich würde sie natürlich sofort posten. Nur leider gibt es die Chips-Cookies bisher nicht in meinem Supermarkt …

Von Äpfeln und Birnen

Herzlich willkommen auf meinem „Blog“, den ich lieber als „Marktauftritt“ bezeichne (Freiberufler brauchen so etwas wohl). Das soll so eine Art „das bin ich, hier geht’s zu meinen Artikeln“ sein.

Eine Auswahl meiner Arbeit verbirgt sich hinter dem Stichwort „In Links“. Aber was wäre ein Markt ohne Äpfel und Birnen?

Deswegen geht es auf dieser Seite ums Essen. Ich esse gerne. Aber nicht nur das, ich muss mich wohl zu den zehn Prozent der Foodies zählen, die es laut einer Studie der Universität Göttingen in Deutschland geben soll. Also zu den Menschen, die nicht nur gerne kochen und genießen, sondern den Teller fotografieren, bevor es an die Nahrungsaufnahme gehen kann.

90 Prozent der Deutschen essen demnach einfach. Dafür ist das Zeug auf dem Teller ja auch da. Doch das ist mir zu wenig. Ich will es festhalten. Mehr davon haben.  Es teilen.  Einfach,  weil es so hübsch angerichtet ist. Es geht um mehr als darum, satt zu werden.

Wenn ich mir #foodie, #foodporn, #instafood und Co. so ansehe, beschäftigen sich sicher mehr als 10 Prozent gerne mit ihrem Essen. Das zeigen auch die unzähligen Foodblogs, die bereits wunderbare Rezepte und Restauranttipps im Netz bieten. weissworte.com ist kein weiterer Foodblog, bevor jetzt irgendjemand Äpfel mit was auch immer vergleichen will.

Das hier ist ein Experiment. Eine Art philosophischer Foodblog,  falls man das so nennen kann. Weil Essen glücklich macht,  aber auch verdammt unglücklich machen kann. Wegen Essen werden Kriege geführt,  Essen vermag aber auch zu versöhnen. Essen erleichtert den Abschied und schmückt die Willkommensparty. Essen nimmt Dich mit auf eine Zeitreise. Oder auf Weltreise.

Jeder Mensch isst mehrmals am Tag –  oder versucht darauf zu verzichten. Manche zelebrieren das Essen. Manche versuchen, ihre innere Leere zu füllen. Manche kochen einfach gerne, andere kochen,  weil sie Hunger haben. Aber jeder von uns isst. Es ist das Mittel zum Leben. Der Mittelpunkt im Leben? Ist es das?

Für mich schon. Es ist rund um die Uhr Cookies-Time. Mit das Schönste am Reisen. Der Grund, morgens aufzustehen. Ich verstehe nicht,  warum wir abends nur was trinken gehen. Ich will Essen. Essen, das hübsch angerichtet ist. Das so schmeckt,  wie es aussieht. Ich will es fotografieren. Für immer behalten.

Aber ich will auch wissen, warum wir so essen, wie wir essen. Ob man Äpfel und Birnen vergleichen kann. Und wer von Luft und Liebe leben kann. Vielleicht finden wir es gemeinsam raus. Hier auf diesem Markt. Viel Spaß beim Lesen! Vergiss nicht,  Dir vorher einen Tee zu machen und einen Joghurt zu holen.

P.s.: Ich lege wert auf Rechtschreibung und Zeichensetzung. Manchmal rutscht aber doch etwas durch. Für jeden Fehlerentdecker und -melder gibt es einen Keks.